Late Stage Customization

Komplexität reduzieren – Agilität gewinnen

Wie Unternehmen und Logistikketten von einer Postponement-Strategie mit Late Stage Customization beim Blisterdruck profitieren

Wenn Pharma-Unternehmen beim Kennzeichnen von Blistern frühzeitig eine Postponement-Strategie entwickeln und umsetzen, also den Druck aufschieben, dann profitieren sie in vielerlei Hinsicht. Sie können damit die Nutzung und in der Folge die Gesamtanlageneffektivität (OEE) ihrer Blister-Verpackungslinien in allen Fällen dramatisch verbessern. Ebenso lassen sich so die nur schwierig vorhersehbaren Nachfrageschwankungen einzelner Märkte deutlich zielgenauer und flexibler managen. Ausserdem kann der Lagerbestand an Aluminiumfolie und fertigen Blistern erheblich reduziert werden. Darüber hinaus trägt Late Stage Customization erheblich dazu bei, die Menge an Abfall spürbar zu verringern. „Die effiziente und zukunftssichere Technologie dafür ist längst vorhanden. Sie sorgt für einen schnellen Return on Investment“, erläutert ein erfahrener Hapa Experte. Es lohnt sich deshalb, die Herausforderungen und die Lösung genauer unter die Lupe zu nehmen.

Es ist bereits gut dokumentiert, wie sich die Produktionsprofile schon verschoben haben: von grossen Volumina mit wenigen SKU's hin zu einer hohen Produktvielfalt mit niedrigen Volumina. Die Mehrheit der Pharmaunternehmen kämpft heute damit, die Komplexität zu bewältigen, die mit einer schwankenden Nachfrage und einer hohen Anzahl von Produktvarianten einhergeht.

Bei Jobs mit weniger als 3.000 Blistern beginnen die Herausforderungen

Bei kleinsten Losgrössen führt diese Komplexität zu schlechter Auslastung der Blisterverpackungslinien, weil sie öfter stillstehen und umgerüstet werden als tatsächlich zu laufen. Besonders interessant für eine Postponement-Strategie durch Late Stage Customization sind Losgrössen bis zu 3.000 Blisterpackungen. "Wenn man versucht, eine Charge von 3.000 Stück auf einer Blisterlinie zu produzieren, die mit 600 Blistern pro Minute arbeitet, sinkt die Auslastung auf ein sehr niedriges Niveau", erklärt der Hapa Experte.

Ein weiterer Punkt, bei dem Late Stage Customization hilfreich ist, betrifft die Genauigkeit, mit der sich die Nachfrage abschätzen lässt. "Ein Pharmaunternehmen, das sehr grosse Chargen eines Blockbusters herstellt, hat eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie viele Blisterpackungen es im vierten Quartal für verschiedene Märkte produzieren muss. Wenn man hingegen ein onkologisches Arzneimittel herstellt, das glücklicherweise in sehr kleinen Mengen produziert wird, dann ist es ziemlich schwierig vorherzusagen, wie viele dieser Produkte im vierten Quartal beispielsweise in Peru benötigt werden."

Genau an diesem Punkt zahlt sich eine Postponement-Strategie aus. Dabei werden auf der Blisterverpackungslinie in hoher Geschwindigkeit nur unbedruckte Blister produziert. So kann die Blisterlinie das tun, wofür sie am besten ausgelegt ist. Das Pharma-Unternehmen steigert die OEE der Anlage durch diese Art der Produktion deutlich und ist in der Lage, sehr schnell auf die unterschiedliche Nachfrage in den einzelnen Märkten zu reagieren. "Denn sobald die Bestellung für eine kleine Charge für Peru eintrifft", sagt der Hapa Experte, "werden unbedruckte Blister dem Lager entnommen, exakt in der benötigten Stückzahl bedruckt und innerhalb von Tagen dorthin geliefert."

Ein zukunftssicheres System, flexibel konfigurierbar

Die technologischen Voraussetzungen, um eine Postponement-Strategie umzusetzen, liefert der Hapa BlisterJet. Dieses Blister-Drucksystem basiert auf der Drop-on-Demand Inkjettechnologie und UV-härtenden Tinten. Entsprechend den äusserst unterschiedlichen Produktionsanforderungen lässt es sich hochflexibel konfigurieren. Mit einer Vielzahl von Optionen für die Blisterzuführung und einer integrierten Vorrichtung, um gekrümmte Blister in Planlage zu bringen, kann das System Blister unterschiedlicher Herkunft und aus allen Materialien verarbeiten. Darüber hinaus ist es zukunftssicher, da es sich von einer einzigen Schmuckfarbe bis auf CMYK aufrüsten lässt, und zwar bis zu 720 dpi. Sein einzigartiger Transportmechanismus hält die Blister während des gesamten Druck- und Aushärtungsprozesses flach, um höchste Druckqualität zu erzielen, sei es mit Sonderfarben oder mit CMYK.

Das Kameraprüfsystem ermöglicht 100-prozentige Qualitätskontrolle und Sicherheit. "Wir verzichten auf ein Anlernen der Kameras, weil dieses Vorgehen eher unsicher ist", sagt der Hapa Experte. "Beim Prüfsystem des BlisterJet ist stattdessen das PDF, also das freigegebene Originaldrucklayout aus dem System des Kunden, die Datei, die als Referenz für die Kontrollen dient. Damit verwenden wir sowohl für das Druckmodul als auch für die Kameras die validierten Daten als Quelle." Gemäss den variablen Daten aus einem ERP-System ist der BlisterJet in der Lage, serialisierte Daten im Workflow an entsprechenden Platzhaltern auf dem Blister zu platzieren. Sofern dies für Unit-Dose-Verpackungen erforderlich ist, die in Kliniken und Krankenhäuser eingesetzt werden (HUD Packs), lässt sich das sogar für jeden einzelnen Blisterhof realisieren.

Sofort auf schwankende Nachfrage reagieren

Damit das Potenzial der Postponement-Strategie bestmöglich ausgeschöpft werden kann, hat Hapa ausserdem bei der Entwicklung des BlisterJets besonders grossen Wert darauf gelegt, dass Jobwechsel äusserst schnell zu realisieren sind. So muss bei einer anderen Blistergröße lediglich die Führung des Transportsystems verstellt werden, was weniger als eine Minute dauert. Ebenso schnell gelingt ein Anpassen oder Austauschen des Drucklayouts über das bedienerfreundliche HMI.

Kurz zusammengefasst: Durch effizientes Late Stage Customization optimiert der BlisterJet die Nutzung von Blisterverpackungslinien, “und Anwender können die Maschinen, die den Umsatz generieren, für längere Zeit am Stück laufen lassen“, wie es der Hapa Experte auf den Punkt bringt. Dank einer agileren Produktion können Pharmaunternehmen sofort auf Schwankungen bei der Nachfrage reagieren. Ein weiterer grosser Vorteil: Die Postponement-Strategie trägt dazu bei, den Lagerbestand zu reduzieren, in diesem Fall von vorbedruckten Aluminiumfolien für unterschiedliche Märkte sowie von fertig produzierten Blistern. "Und nicht zuletzt hilft die BlisterJet-Technologie dabei, kostenintensive Abfallmengen auf ein Minimum zu reduzieren."

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